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Katzenstudie – Sammy

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Name: Sammy
Geschlecht: Kater (kastriert)
Geburtsdatum: irgendwann im Mai 2001
Geburtsort: wahrscheinlich Deutschland
Fellfarbe: getigert, mit weißen Pfötchen und weißen Latz

Im Dezember 2006, kurz vor Weihnachten, ist Sammy bei uns eingezogen. Sammy ist ein Secondhand-Kater. Eigentlich sollte Sammy noch vor Weihnachten ins Tierheim gegeben werden.

Sammy wurde von seinen vorherigen Besitzern abgegeben, weil er zu diesem Zeitpunkt schon etwa 1,5 Jahre unsauber war und Sammys Unsauberkeit nicht in den Griff bekommen wurde.

Der tatsächliche Auslöser für Sammys Unsauberkeit ist uns leider nicht bekannt. Wir wissen nur, dass Sammys Hauptbezugsperson von jetzt auf gleich ausgezogen ist und Sammy dadurch verunsichert wurde.

Sammy ist sehr menschenbezogen und ist nach dem Verlust seiner Hauptbezugsperson sogar abends mit rausgegangen, wenn mit den Hunden Gassi gegangen wurde.

Die ersten Tagen bei uns waren für Sammy wahrscheinlich sehr schrecklich. Er war in einer für ihn fremden Umgebung, in der bereits ein anderer Kater lebte, der ihn nicht mit offenen Pfötchen empfangen hat, sondern ihn von Anfang an bedrängt hat. Sammy kannte sich bei uns nicht aus und sein altes Katzenbettchen hat im den Verlust seiner gewohnten Umgebung und seiner Menschen auch nicht erleichtert.

Sammys Unsicherheit drückte sich leider in enorm starker „Undichtigkeit“ aus. Sammy hat die ihm angebotene Katzentoilette in „seinem“ Zimmer zwar benutzt, aber er hat an vielen Stellen im Katzenzimmer markiert.

Sammy ist dann nach ein paar Tagen aus dem Katzenzimmer „ausgezogen“ und hat die Küche als sein neues Zuhause bezogen. Er hat fast den ganzen Tag nur ganz oben auf einem Hängeschrank gelegen und sich möglichlichst wenig bewegt oder gezeigt, denn Charlie stand immer Gewehr bei Fuß, um Sammy anzugehen.

Mit einem kleinen, aber wirksamen Trick haben wir Sammy wenigstens vom Schrank runter auf den Backofen kriegen können. Er hatte dort ein Katzenbettchen und konnte von dort aus aus dem Fenster gucken und hatte auch die Küche, die Durchreiche ins Wohnzimmer und einen kleinen Teil des Flurs im Blick.

Obwohl der Backofen sein Hauptaufenthaltsort war, hat Sammy auch dort sehr oft, teilweise mehrfach täglich, gepieselt. Gut, dass es Moltontücher gibt.

Nach ein paar Wochen hat Sammy sich immer freier in der Küche bewegt, reagierte aber immer mit Flucht auf den Backofen, wenn Charlie auftauchte. Nach und nach hat Sammy das Erdgeschoß für sich erobert und hielt sich auch ab und an im Keller auf.

Sammys Unsicherheit zeigte sich leider sehr intensiv durch viele Stellen, an denen Sammy regelmäßig seine Urinmarkierung setzte und sie auch häufig auffrischte. Wir haben täglich diese Stellen gereinigt und haben dabei u.a. gelernt, dass essig- und/oder ammoniakhaltige Reinigsungsmittel nicht verwendet werden sollten. Denn diese Reinigungsmittel veranlassen eine Katze dazu schnell mal die eigene Duftmarke an dieser Stelle wieder aufzufrischen. Auch Küchenrollenpapier ist wenig sinnvoll, denn die weichere Unterlage ist ebenfalls eine Aufforderung für die Katze. Gut bewährt für’s Reinigen haben sich allerdings Zeitungspapier und Wodka.

Zeitungspapier ist sehr saugfähig und hat einen scheinbar interessanten Geruch für Katzen. Der Wodka hat den Vorteil, dass er nicht so intensiv nach Alkohol riecht, aber trotzdem so hochprozentig ist, dass die Bakterien, die im Urin für den Geruch verantwortlich sind, beim Putzen abgetötet werden und Uringeruch so vermieden werden kann.

Zu seinen schlimmsten Zeiten der Undichtigkeit Sammy hat Stellen, die mit Wodka gereinigt wurden dann wenigstens für ein paar Tage ignoriert.

Nach und nach hat Sammy etwas Selbstvertrauen gefaßt und ist auch ab und an mal in die erste Etage gegangen, aber sein Reich war einfach die Küche.

Seit dem 01.09.2008 hat sich bei Sammy einiges geändert. Seit diesem Datum schläft Sammy eigentlich jede Nacht mit im Bett. Mal am Fußende, mal auch direkt neben dem Kopfkissen. Auch hält er sich nicht mehr den ganzen Tag in der Küche auf, sondern vermehrt in den oberen Etagen und er läuft auch mal von einer Etage in die andere.

Charlie versucht er immer noch aus dem Weg zu gehen. Eigentlich müßte Sammy sich nur einmal Charlie entgegenstellen, denn Sammy ist erheblich größer und schwerer als Charlie und könnte sich damit durchaus behaupten.

Wir vermuten, dass Sammy zur Hälfte Main Coon ist, denn er ist ein großer Kater und sein Körperbau weist auf Main Coon hin. Seine Schnurrhaare sind sehr lang und passen gut zum Gesamtbild.

Weil Sammy sehr menschenbezogen ist, liebt er es sich in unserer Nähe aufzuhalten. Ist er mit im Arbeitszimmer kann es manchmal schwierig werden am Computer zu arbeiten. Sammy läuft nämlich schonmal gezielt vor einem über die Tastatur und setzt sich dann auch gern so vor den Bildschirm, dass an Arbeiten nicht mehr zu denken ist. Sammy will dann gekrabbelt und gekuschelt werden. Oder er setzte sich so neben die Maus, dass es keine Möglichkeit gibt diese noch zu bedienen.

Wenn Sammy dann direkt vor einem sitzt, ist es besser sich ein paar Minuten um ihm zu kümmern. Schmusen, streicheln oder kämmen ist dann genau richtig. Auch einen Katzenstick nimmt er dann gern. Wenn man sich nämlich nicht auf Sammy einläßt, wenn er es fordert, dann kann Sammy auch schon mal böse werden und beißt dann zu. Sammy hat einen sehr festen Biß. Sammy beißt zu und läßt sofort wieder los, da er direkt merkt, dass er etwas gemacht hat, was nicht gut war. Ein lauter Aua-Schrei tut sein übriges.

Sammy ist alles in allem ein gemütlicher Kater, der auf viel Action verzichten kann. Aber hin und wieder überkommt ihn doch eine kleine Spiellaune. Mit seiner Katzenminze-Strickmaus unterstützen wir seine Spiellaunen. Er kuschelt und plüscht mit der Maus immer wieder mal ein paar Minuten rum.

Natürlich reagiert Sammy, auch wie die meisten Katzen, auf Bewegung unter der Decke durch Finger, Hand oder Stöckchen. Er steht dafür zwar nicht unbedingt auf, aber in seinem Bewegungsradius versucht er dann schon das bewegende Etwas zu erwischen. Wer nicht schnell genug ist, muß durchaus mit einem heftigen Pfötchenhieb oder einem Biß durch die Decke rechnen.

Wie Charlie nutzt Sammy auch gern die Möglichkeit raus in den Garten zu gehen. Er ist nicht so häufig und so lange draußen wie Charlie, aber auch Sammy fordert seinen Gang an die frische Luft regelmäßig rein.

Wenn Sammy dann wieder rein will und die Terrassentüren sind zu, macht er sich, wenn er einen seiner Dosenöffner sieht, bemerkbar. Er kratzt dann fast aufrecht stehend am Glas der Terrassentür. Hat er feuchte Pfötchen dann gibt es laut quietschende Geräusche. Und Sammy hat eine gute Ausdauer.

Sammy ist eigentlich ein Trockenfutter-Junkie, aber seit er Ende 2009 innerhalb von 4 Wochen 2 Blasenentzündungen hatte, muß er sich hauptsächlich mit Naßfutter zufrieden geben. Trockenfutter gibt es nur noch ab und an mal und dann auch nur Trockenfutter, das speziell für Katzen, die zu Struvit* neigen abgestimmt ist. Aber inzwischen verputzt Sammy sein Naßfutter, vorallem Geschmacksrichtung Huhn, sehr gut und freut sich um so mehr, wenn es dann mal eine kleine Portionen Trockenfutter gibt.

*Struvitsteine sind Harn- bzw. Blasensteine, die aus Phosphor, Magnesium und Ammonium bestehen und aufgrund einer genetischen Veranlagung der Katzen entstehen bzw. auftreten können (Quelle: www.animonda.de)

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